Wednesday, September 18, 2013

Projekttag 5+6: Reflexion und Medienanalyse anlässlich der Nationalratswahl

Die zweite Projektwoche begann mit einer Reflexion über die bereits vergangenen Projekttage und einer Bestandsaufnahme, inwieweit bisher ein gemeinsames Verständnis von Fairness entstanden war. Da es sich bei transFAIRmation um ein Bildungsforschungprojekt handelt, in dem die beteiligten Schüler*innen nicht die Beforschten sondern ebenso Forschende und Evaluator*innen der didaktischen Zugänge sein sollen, wurden sie schon im Verlauf der ersten Projektwoche immer wieder um Feedback gebeten. In einem zweistufigen Reflexionsprozess sollte nun zunächst mithilfe eines Reflexionsbogens die individuelle Einschätzung der vergangenen Projekttage formuliert werden: Was ist mir besonders in Erinnerung geblieben und aus welchem Grund (weil es interessant, lustig oder unangenehm war)? Danach sollten diese Einzelperspektiven aber auch ausgetauscht und zusammen geführt werden und die Schüler*innen gestalteten in Gruppen Plakate zu ihren Ergebnissen.
Aus den Einzelreflexionen der Schüler*innen zum Begriff Fairness


Nach der ausführlichen Rückschau auf die vergangene Woche leitete ein Vortrag den nächsten Themenschwerpunkt ein: Anlässlich der bevorstehenden Nationalratswahlen sollten die Schüler*innen einen Einblick bekommen, wen die verschiedenen Parteien mit ihren Wahlkampagnen (konkret: durch die Wahlplakate) ansprechen und zur Wahl mobilisieren wollen. Der eingeladene Referent erklärte anhand verschiedener Sujets der Parteien unterschiedliche Strategien der Wahlwerbung und bereitete damit die gemeinsame Wahlplakat-Analyse am nächsten Tag vor. Die Nationalratswahlen im Klassenzimmer zu thematisieren, erfolgte aus verschiedenen Überlegungen:
  • In Hinblick auf die gemeinsame Analyse der TV-Serien, die in der nächsten Projekphase erfolgen soll, wurde die Bildanalyse als vorbereitenden Übung erwogen, wofür sich die kritische Auseinandersetzung mit Strategien medialer (Selbst-)Inszenierung im Zusammenhang mit den Nationalratswahlen aufgrund der Aktualität anbot.
  • Die Diskussion der zur Wahl stehenden Parteien und deren zentralen Themen werden als Teil politischer Bildung bzw. als wesentlich für eine informierte politische Partizipation verstanden (wenn auch die Schüler*innen selbst noch nicht wahlberechtigt sind). 
  • Da die Möglichkeit der politischen Partizipation durch die aktive Teilnahme an der Mediengestaltung eine der Forschungsfragen von transFAIRmation darstellt, wollten wir Politik so wie sie den Jugendlichen am zugänglichsten ist (überall in den Straßen hängen die Wahlplakate und sind somit Teil der visuellen Umgebung der Schüler*innen) thematisieren.
Aus der intensiven Auseinandersetzung mit dem Aufbau und den Aussagen der Wahlplakate heraus wurden die Jugendlichen ermutigt, sich für die bevorstehende Klassensprecher*innenwahl ein kleines Wahlprogramm zu überlegen (unter Berücksichtigung der Frage, wie mehr Fairness in der Klasse gelebt werden könnte) und ein Wahlplakat für sich zu gestalten - unabhängig davon, ob die jeweiligen Schüler*innen tatsächlich eine Kandidatur anstrebten. Wer Lust hatte, konnte sich zum Schluss auch an einer Wahlrede versuchen.

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