Am 19. Dezember 2014 werden wir im Rahmen der Lehrveranstaltung „Geschlecht, Medien und Technik-Lernen“ unser Political Remix Video präsentieren. Dafür haben wir zwei Serien ausgewählt, welche sich auf den ersten Blick schwer einander gegenüberstellen lassen, da sie eine unterschiedliche Zielgruppe ansprechen und in einem unterschiedlichen kulturellen und historischen Kontext entstanden sind. Genau dieser Herausforderung wollen wir uns stellen. Die Gegenüberstellung einer männerfixierten Nanny und einer männerunabhängigen bzw. männerüberlegenen Pippi haben wir hierfür als Ausgangspunkt genommen. Durch den Remix werden die Hauptcharaktere miteinander verglichen und wir versuchen, die durch die Medienformate vermittelten Normen und Werte neu darzustellen. Wir hoffen, unseren Kolleg*innen einen anregenden und amüsanten Vortrag zu präsentieren und freuen uns, im Anschluss die Hintergründe und Ansichten in einer offenen Diskussion nachzubesprechen. Vor allem soll dies als Gelegenheit genutzt werden, die eigenen Betrachtungsweisen für sich selbst zu reflektieren und neu zu überdenken.
Remix als pädagogisches Instrument zur Medienemanzipation. Dokumentation eines Schulprojekts, einer Lehrveranstaltung und themenbezogene Reflexionen.
Tuesday, November 11, 2014
Die Nanny vs. Pippi Langstrumpf
Political Remix „Dirty Dancing“
Das Vorhaben wird von dieser Gruppe so beschrieben:
Mann und Frau als Paar werden als „normal“ dargestellt. Beziehungen zwischen Männern bzw. zwischen Frauen sind keine zu sehen, d.h. das Thema der Homosexualität wird überhaupt nicht aufgegriffen. Aus diesem Grund wollen wir den Political Remix so gestalten, dass Penny und Baby eine Beziehung miteinander eingehen. Diese Beziehung geht so lange gut, bis der konservative Vater von Baby dahinterkommt und Baby verbietet sich weiterhin mit Penny zu treffen. Aufgrund dessen kommt es zum Streit zwischen Penny und Baby und sie trennen sich (Penny verlässt die Stadt).
Baby ist sehr nachdenklich und traurig darüber. Ihr Vater merkt das und es kommt zu einer Aussprache zwischen Baby und ihrem Vater. Ihr Vater sieht seinen Fehler ein und entschuldigt sich bei Penny. Am Schluss unseres Remix kommen Penny und Baby wieder zusammen.
Monday, November 10, 2014
Iron Man & Thor: Die wahre Geschichte
Eine weitere Gruppe schreibt über ihr Vorhaben:
In Comicverfilmungen werden Superhelden meist als männliches Idealbild dargestellt. Wir persönlich ordnen Superhelden Eigenschaften wie z.B. Stärke, Heterosexualität und Attraktivität zu. Außerdem fühlen sie sich dazu verpflichtet, die Welt vor deren Feinden zu beschützen. Sie interagieren auch immer mit einer besonderen Frau, in die sie sich schlussendlich verlieben.
Wir möchten in unserem Projekt den Genderaspekt der Superhelden umkehren. Dazu werden wir Filmszenen aus Thor und Iron Man verwenden und diese miteinander verknüpfen. Diese zwei Superhelden sollen sich in unserem kleinen Film ineinander verlieben und sich gegenseitig beschützen. Außerdem möchten wir, dass diese Superhelden, durch die von uns zusammengeschnittenen Dialoge, neue Eigenschaften erhalten wie z.B. Fürsorglichkeit und Sensibilität. Wir möchten somit das Bild der typischen Superhelden verändern und zeigen, dass auch diese Figuren homosexuell sein können und Eigenschaften haben, die nicht in das typische Erscheinungsbild eines Superhelden passen. Dadurch soll gezeigt werden, dass sie trotzdem in der Lage sind die Welt zu beschützen.
Eine schrecklich nette Familie vs. Eine himmlische Familie
Die Gruppe, die an diesem Remix arbeitet, beschreibt ihr Projekt wie folgt:
Storyline: Im Vorspann werden die Hauptcharaktere unseres Kurzfilms vorgestellt. Peg, Al, Kelly von der Familie Bundy sowie Annie, Eric und Mary von den Camdens. Brennpunkt des Videos ist die Beziehung von Kelly und Mary. Die beiden Familien leben in der gleichen Nachbarschaft. Die Pastorentochter Mary Camden verliebt sich in Kelly Bundy. Die Camdens, besonders Annie kann und möchte die Liebesbeziehung ihrer Tochter nicht akzeptieren. In ihren Augen ist es falsch einen Menschen des gleichen Geschlechtes auf diese Weise zu lieben. Während die Bundys das Ganze eher offen und locker sehen (Al macht sich über die Camdens lustig), malt Annie Camden sich die schrecklichsten Szenarien aus. Mary ist hin und her gerissen zwischen den Vorstellungen und Normen der Gesellschaft, aber vor allem ihrer Familie und ihren Gefühlen für Kelly.
Ton: Wir schneiden den Ton aus den Videos heraus und fügen selbst einen Text hinzu. Außerdem werden wir die Szenen mit verschiedenen Songs ausstatten, die im Hintergrund laufen werden.
Botschaft/Ziel: Niemand kann sich aussuchen in wen er/sie sich verliebt. Dabei spielt es auch keine Rolle ob es ein Mann oder eine Frau ist. Mary ist Christin und wurde auch nach dem christlichen Glauben erzogen. Homosexualität wurde früher und wird auch heute noch teilweise von der katholischen Kirche abgelehnt. Marys Beziehung zu Kelly wird nicht gutgeheißen und sie befindet sich im Zwiespalt. Auf der einen Seite sind da diese starken und bis dato unbekannten Gefühle für das gleiche Geschlecht. Aber auf der anderen Seite ist da ihre Familie mit den strengen Werten und Vorstellungen. Mit diesem Video wollen wir vor allem ein Problem aufgreifen: Heterosexualität als Norm. In der Gesellschaft wird diese Form der sexuellen Orientierung als Normalität vorausgesetzt.
Friday, November 7, 2014
90-60-90
Die erste Gruppe beschreibt ihr Projekt:
Wir werden einen Political Remix als Semesterarbeit erstellen. Hierbei wird der Augenmerk auf das sexistische Frauenbild, bezogen auf die „Idealmaße 90-60-90“, gelegt. Als Grundlage für unsere kritische Betrachtungsweise dieses Themas werden uns die Serien „Two and a half men“ und „Germanys Next Top Model“ dienen. Dieser Political Remix soll aufzeigen, wie Medien Frauen auf „Körper“ reduzieren und so ein Frauenbild in der Gesellschaft schaffen, das der Realität nicht entspricht und vor allem junge Frauen und Mädchen unter Druck setzt.
Political Remix Video an der Hochschule
Aktuell wird im Seminar "Geschlecht, Medien und Technik-Lernen" an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt | Wien Graz das didaktische Konzept von transFAIRmation mit Studierenden der Erziehungswissenschaften umgesetzt und reflektiert. In den kommenden Blogeinträgen stellen die einzelnen Gruppen ihre Remix-Vorhaben vor, die sie bis Mitte Dezember erarbeiten möchten. Im Gegensatz zur Umsetzung in der Schule können die Seminar-Teilnehmer*innen jeweils für sich frei wählen, welches Material sie für ihre Remixes verwenden möchten. Die Offenheit bietet zwar noch einmal größeren Raum für Kreativität, birgt aber auch die Gefahr einer gewissen Orientierungslosigkeit in Bezug zu den Botschaften, die im jeweiligen Remix vermittelt werden sollen. Dieser soll mit kontinuierlichem und konstruktivem Feedback entgegen gesteuert werden. Das Gelingen der Projekte hängt schließlich zu einem großen Teil mit dem kollaborativen Charakter des Arbeitens in Gruppen und des Lehrenden-Lernenden-Verhältnisses zusammen.
Tuesday, November 4, 2014
transFAIRmation - Offizieller Projektabschluss
Am 28. Oktober feierten die am Projekt beteiligten Schüler*innen, Lehrenden und Wissenschafter*innen den erfolgreichen Abschluss von transFAIRmation. Bei diesem Anlass wurde neben ausgewählten Remix-Videos ein kurzer Film gezeigt, der aus dem Dokumentationsmaterial zusammen gestellt wurde. Mit Urkunden und USB-Sticks, auf denen sich alle Remix-Videos und der Dokumentationsfilm als Erinnerung an die gemeinsame Arbeit befinden, bedankte sich das IFZ bei den Schüler*innen für ihre Beiträge. Lehrende erhielten ebenfalls Urkunden und ein kleines Dankeschön. Überreicht wurden zudem drei gedruckte Exemplare der Projektpublikation, die in den nächsten Tagen auch auf der Projektseite des Forschungsvereins zu finden sein wird. Sie enthält ausführliche Beschreibungung der Grundüberlegungen zum Projekt, dessen Ablauf, Erfahrungsberichte sowie Unterrichtsmaterial und konkrete Hinweise zu einer Umsetzung im Unterricht oder in der Jugendarbeit.
Mittlerweile befindet sich am Eingang der Schule auch die Tafel, die auf die Auszeichnung für das Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Frauen mit dem Fairness Award hinweist.
Mittlerweile befindet sich am Eingang der Schule auch die Tafel, die auf die Auszeichnung für das Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Frauen mit dem Fairness Award hinweist.
An dieser Stelle möchten wir uns nochmals bei allen Beteiligten, Kolleg*innen, Referent*innen, Unterstützer*innen und Förderer*innen bedanken, die dazu beigetragen haben, dass die Projektidee umgesetzt werden konnte und öffentliche Aufmerksamkeit und Anerkennung erfahren hat.
Thomas Berger & Birgit Hofstätter
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