Remix als pädagogisches Instrument zur Medienemanzipation. Dokumentation eines Schulprojekts, einer Lehrveranstaltung und themenbezogene Reflexionen.
Wednesday, October 8, 2014
transFAIRmation als Basis für neue Lehrveranstaltung an der Alpen-Adria Universität-Klagenfurt | Wien Graz
Kommenden Freitag, am 10. Oktober, findet in Klagenfurt der erste Termin der Lehrveranstaltung "Geschlecht, Medien und Technik-Lernen" statt. Das in transFAIRmation entwickelte Unterrichtskonzept wird dabei ein wesentlicher Stützpfeiler sein. Um den Blog auch nach Projektende mit 31. Oktober lebendig zu halten, wird auch weiterhin über thematisch verwandte Aktivitäten berichtet (Publikationen, Vorträge, Weiterbildungen). Zudem wird er auch als Kommunikationsmittel für die aktuelle Lehrveranstaltung dienen - es wird also möglich sein, mitzulesen, wie sich das Konzept bei der Anwendung in der Hochschullehre umsetzen lässt.
Auswahl an Remixes online
Eine erste Auswahl an Remixes, die Schüler*innen in der letzten Phase des Projektes gestaltet haben, ist jetzt online. Geplant war eigentlich, dass die Jugendlichen ihre Produkte selbst hochladen, allerdings gab es zuletzt immer wieder technische Schwierigkeiten und gegen Schulschluss blieb zu wenig Zeit. Entgegen der Bemühungen um die Erfüllung des partizipativen Ansatzes von transFAIRmation musste der Upload nun doch von uns gemacht werden - nur ein Beispiel dafür, dass bei Schulprojekten manchmal schlichter Pragmatismus notwendig ist, um einen Abschluss zu finden.
Friday, August 29, 2014
Beitrag bei der STS Conference Graz 2014 als Artikel verfügbar
Mittlerweile wurde ein ausführlicherer schriftlicher Beitrag über die Hintergründe und theoretischen Überlegungen zu transFAIRmation in den Proceedings der STS Conference Graz 2014 veröffentlicht. Kostenloser Download ist HIER möglich.
Wednesday, July 30, 2014
Fairness Award und was gerade sonst noch passiert
Im Juni wurde der Neuen Mittelschule Albert Schweitzer für die Durchführung des Projektes transFAIRmation vom Bundesministerium für Bildung und Frauen der Fairness Award verliehen, genauer gesagt: den 1. Platz in der Gruppe der 11-14-Jährigen. Der Grazer Stadtrat Kurt Hohensinner, verantwortlich für Bildung und Integration, lud die teilnehmenden Schüler*innen und Lehrenden zur Anerkennung dieses Erfolgs zu sich ins Rathaus ein.
Hier geht es zur Pressemeldung des Ministeriums für Bildung und Frauen
In den letzten Monaten wurde mit der Aufbereitung der Umsetzungsphasen in der Schule begonnen. So wurden Fokusgruppen und Interviews mit Schüler*innen und Lehrenden durchgeführt, Beobachtungsprotokolle zusammen getragen und eine schriftliche Vorher-Nachher-Befragung abgeschlossen. Derzeit werden die Daten geordnet und ausgewertet und Publikationen über das Didaktische Konzept sowie über das Projekt allgemein verfasst. Im Herbst wird der Projekterfolg durch ein gemeinsames Abschlussfest gefeiert, wo hoffentlich auch die Tafel vom Fairness Award für die Außenwand der Schule öffentlich sichtbar sein wird.
Hier geht es zur Pressemeldung des Ministeriums für Bildung und Frauen
In den letzten Monaten wurde mit der Aufbereitung der Umsetzungsphasen in der Schule begonnen. So wurden Fokusgruppen und Interviews mit Schüler*innen und Lehrenden durchgeführt, Beobachtungsprotokolle zusammen getragen und eine schriftliche Vorher-Nachher-Befragung abgeschlossen. Derzeit werden die Daten geordnet und ausgewertet und Publikationen über das Didaktische Konzept sowie über das Projekt allgemein verfasst. Im Herbst wird der Projekterfolg durch ein gemeinsames Abschlussfest gefeiert, wo hoffentlich auch die Tafel vom Fairness Award für die Außenwand der Schule öffentlich sichtbar sein wird.
Thursday, May 15, 2014
Zwei weitere Vorträge über transFAIRmation bei internationalen Konferenzen
Anfang Mai wurde das Projekt gleich zwei Mal internationalen Forschungscommunities präsentiert: Zunächst bei der Konferenz "Gender, Bodies & Technology" an der Virginia Tech in Blacksburg, Virginia (USA), wo Birgit Hofstätter unter dem Titel "Brokeback Twilight: Media Participation and Queer Politics" über transFAIRmation im Kontext ihrer Dissertation sprach. Nur wenige Tage später wurde von ihr der Vortrag mit dem Titel "Video remix and political participation: A concept for
critical media education" Wissenschafter*innen aus der Technik- und Wissenschaftsforschung bei der STS Conference Graz 2014 im Grazer Meerscheinschlössl präsentiert (ein ausführlicherer Beitrag wird in Kürze zur Nachlese in den Proceedings zu finden sein).
critical media education" Wissenschafter*innen aus der Technik- und Wissenschaftsforschung bei der STS Conference Graz 2014 im Grazer Meerscheinschlössl präsentiert (ein ausführlicherer Beitrag wird in Kürze zur Nachlese in den Proceedings zu finden sein).
Monday, April 14, 2014
transFAIRmation vs. YouTube. Oder: Warum wir uns dann doch für eine andere Video-Plattform entschieden
Während die Remix-Videos von den am Projekt beteiligten Schüler*innen noch darauf warten, im Rahmen des Informatik-Unterrichts ins Netz gestellt zu werden, wollten wir die Videos, die die Besucher*innen unserer Station bei der Langen Nacht der Forschung in Klagenfurt gestaltet haben, zeitnah zu dieser Veranstaltung veröffentlichen. Bereits beim ersten Upload auf unseren YouTube-Kanal zeigte sich jedoch ein grundlegendes Problem, mit dem wir rechnen mussten, allerdings nicht darauf vorbereitet waren, dass wir so abrupt damit konfrontiert sein würden.
Die Verwendung von urheberrechtlich geschütztem Material ist bekannterweise ein juristisches Minenfeld und aus einem Gespräch mit einem* Experten* für Medienrecht wissen wir, dass es im Bereich der Bildung und Forschung noch Argumentationsmöglichkeiten gibt, die eine derartige Verwendung rechtfertigen könnten, aber abseits davon muss damit gerechnet werden, dass bei Urheberrechtsverletzungen mit der Sperre von Veröffentlichtem bis zu Geltendmachung von Entschädigungszahlungen von Seiten der Rechtsinhaber*innen zu rechnen ist. Das gilt auch für Remix-Videos, wie der gut dokumentierte Fall von Jonathan McIntosh zeigt.
Zurück zu unserem Fall: Bereits Sekunden nachdem der erste Remix von der Langen Nacht der Forschung in unseren YouTube-Kanal als nicht gelistetes Video geladen war (das heißt, das Video kann außer über seinen Link nicht gefunden werden, was die Öffentlichkeit des Videos bereits einschränkt), erhielten wir die Information, dass das Video urheberrechtlich geschütztes Material beinhalte - konkret hat die eingesetzte Software ein Element aus "The Simpsons" identifiziert. Zudem wurden wir darüber aufgeklärt, dass das Video weltweit gesperrt sei und, was uns letztlich zur Aufgabe unseres YouTube-Kanals zwang, dass wir bei drei derartigen Vorfällen von YouTube gesperrt werden und nie wieder einen Kanal erstellen dürften.
Weitere Recherche ergab, dass wir wohl Einspruch gegen die Sperre eines Videos erheben könnten - etwa wenn es sich um einen Remix im Sinne von Fair Use handle (interessanterweise scheint hier ein Video von Jonathan McIntosh auf, der, wie zuvor schon angemerkt, selbst um die legitime Veröffentlichung seiner Arbeit kämpft), diesbezüglich müssten wir uns aber ganz sicher sein (was ist schon sicher?) und wir müssten uns auf einen längerdauernden Prozess einlassen - Ausgang unbekannt. Da wir uns wesentlich öfter als drei Mal auf ein derartiges Prozedere einlassen müssten bzw. unser Kanal gesperrt wäre noch bevor wir alle Videos hochgeladen hätten, haben wir uns dazu entschieden, den Kanal wieder zu löschen und bei einer anderen Plattform auf eine weniger rigorose Verfolgung potentieller Urheberrechtsverletzungen zu hoffen. Wir haben uns nun für Vimeo entschlossen und hoffen, nachdem die ersten zehn Remix-Videos schon online sind und wir noch keine Verwarnungen erhalten haben, dass wir dort zumindest für eine Weile unbehelligt sein können und vor allem dann die wirklich gelungenen Videos unserer Schüler*innen zeigen können.
Die Verwendung von urheberrechtlich geschütztem Material ist bekannterweise ein juristisches Minenfeld und aus einem Gespräch mit einem* Experten* für Medienrecht wissen wir, dass es im Bereich der Bildung und Forschung noch Argumentationsmöglichkeiten gibt, die eine derartige Verwendung rechtfertigen könnten, aber abseits davon muss damit gerechnet werden, dass bei Urheberrechtsverletzungen mit der Sperre von Veröffentlichtem bis zu Geltendmachung von Entschädigungszahlungen von Seiten der Rechtsinhaber*innen zu rechnen ist. Das gilt auch für Remix-Videos, wie der gut dokumentierte Fall von Jonathan McIntosh zeigt.
Zurück zu unserem Fall: Bereits Sekunden nachdem der erste Remix von der Langen Nacht der Forschung in unseren YouTube-Kanal als nicht gelistetes Video geladen war (das heißt, das Video kann außer über seinen Link nicht gefunden werden, was die Öffentlichkeit des Videos bereits einschränkt), erhielten wir die Information, dass das Video urheberrechtlich geschütztes Material beinhalte - konkret hat die eingesetzte Software ein Element aus "The Simpsons" identifiziert. Zudem wurden wir darüber aufgeklärt, dass das Video weltweit gesperrt sei und, was uns letztlich zur Aufgabe unseres YouTube-Kanals zwang, dass wir bei drei derartigen Vorfällen von YouTube gesperrt werden und nie wieder einen Kanal erstellen dürften.
Weitere Recherche ergab, dass wir wohl Einspruch gegen die Sperre eines Videos erheben könnten - etwa wenn es sich um einen Remix im Sinne von Fair Use handle (interessanterweise scheint hier ein Video von Jonathan McIntosh auf, der, wie zuvor schon angemerkt, selbst um die legitime Veröffentlichung seiner Arbeit kämpft), diesbezüglich müssten wir uns aber ganz sicher sein (was ist schon sicher?) und wir müssten uns auf einen längerdauernden Prozess einlassen - Ausgang unbekannt. Da wir uns wesentlich öfter als drei Mal auf ein derartiges Prozedere einlassen müssten bzw. unser Kanal gesperrt wäre noch bevor wir alle Videos hochgeladen hätten, haben wir uns dazu entschieden, den Kanal wieder zu löschen und bei einer anderen Plattform auf eine weniger rigorose Verfolgung potentieller Urheberrechtsverletzungen zu hoffen. Wir haben uns nun für Vimeo entschlossen und hoffen, nachdem die ersten zehn Remix-Videos schon online sind und wir noch keine Verwarnungen erhalten haben, dass wir dort zumindest für eine Weile unbehelligt sein können und vor allem dann die wirklich gelungenen Videos unserer Schüler*innen zeigen können.
transFAIRmation in Istanbul und bei Lange Nacht der Forschung 2014 in Klagenfurt
Am 4. April 2014 erfuhr das Projekt transFAIRmation gleich zwei Premieren: Erstens wurde es erstmals vor internationalem Publikum, nämlich bei der EDUCON in Istanbul, von Thomas Berger präsentiert und zweitens wurde es im Rahmen der Langen Nacht der Forschung zum ersten Mal in seiner Gesamtheit einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Gemeinsam mit Projektleiterin Birgit Hofstätter und Klassenlehrer Gregor Münch zeigten die beiden Schüler*innen Celina Koch und Cody Sheets den Besucher*innen des Stands die Grundlagen der Remix-Idee. Die Station war sehr gut besucht, die beiden Jugendlichen bemühten sich um eine geduldige Anleitung zum eigenen Remix, obwohl sich mehrfach bereits weitere Interessent*innen anstellten, um sich selbst an einem Video zu versuchen.
Das Interesse war auch vonseiten der Eltern sehr groß - am Stand wurden nicht nur Fragen zum Projekt sondern auch allgemein zur 'richtigen' Medienerziehung diskutiert. Ein Fazit bleibt nach wie vor, dass kritische Medienrezeption weiterhin bzw. verstärkt ein dringendes Anliegen von Schulen sein sollte, da Kinder und Jugendliche trotz "Kindersperre" bei Internet und eingeschränktem Zugang zu Medien Inhalte konsumieren, die zum einen nicht altersgemäß sind und andererseits problematische Vorbilder vor allem hinsichtlich Geschlechterrollen und Sexualität (bzw. Sexualität in Verbindung mit Gewalt) vermitteln. Nachdem dies nicht zu verhindern scheint, bleibt nur die sprichwörtliche "Flucht nach vorne" und die (nicht nur) schulische Förderung von Bewusstsein für die Wirkmächtigkeit von medialen Bildern auf die Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen und ihr begegnen.
Das Interesse war auch vonseiten der Eltern sehr groß - am Stand wurden nicht nur Fragen zum Projekt sondern auch allgemein zur 'richtigen' Medienerziehung diskutiert. Ein Fazit bleibt nach wie vor, dass kritische Medienrezeption weiterhin bzw. verstärkt ein dringendes Anliegen von Schulen sein sollte, da Kinder und Jugendliche trotz "Kindersperre" bei Internet und eingeschränktem Zugang zu Medien Inhalte konsumieren, die zum einen nicht altersgemäß sind und andererseits problematische Vorbilder vor allem hinsichtlich Geschlechterrollen und Sexualität (bzw. Sexualität in Verbindung mit Gewalt) vermitteln. Nachdem dies nicht zu verhindern scheint, bleibt nur die sprichwörtliche "Flucht nach vorne" und die (nicht nur) schulische Förderung von Bewusstsein für die Wirkmächtigkeit von medialen Bildern auf die Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen und ihr begegnen.
Subscribe to:
Posts (Atom)

